Tag der Wohnkultur - mit der THS auf architekto-nischer Zeitreise

Gelsenkirchen, 9. September 2010. Mit gleich acht Quartieren ist die THS Wohnen GmbH bei dem RUHR.2010 Projekt „Tag der Wohnkultur“ am 19. September 2010 vertreten. Was für die Projektautoren schwerpunktmäßig ein Kaleidoskop aus Ge-schichte und Moderne, Urbanität und Demografie ist, entwickelt sich für die THS Wohnen gleichzeitig zu einer Reise quer durch die neunzigjährige Geschichte ihrer Quartiersentwicklung.

Es ist eine spannende Reise, auf die das Unternehmen im Rahmen von Veranstaltungen am Tag der Wohnkultur möglichst viele inte-ressierte Besucher mitnehmen möchte. Denn die ausgewählten THS-Siedlungen stehen zum einen exemplarisch für ganz unter-schiedliche architektonische Richtungen des vergangenen und des neuen Jahrhunderts. Zum anderen werden die Veränderung von Lebenskultur und die nachhaltige Weiterentwicklung von Wohn-qualität durch Anpassungen, Ergänzungen und Modernisierungen anschaulich vermittelt.

160 Jahre trennen Deutschlands älteste Arbeitersiedlung in Ober-hausen-Eisenheim vom jüngsten Teilnehmerprojekt der THS Woh-nen an der Route der Wohnkultur, dem GrugaCarree in Essen-Rüttenscheid. Dazwischen liegt weit über ein Jahrhundert unter-schiedlichster Bauepochen und Siedlungstheorien, angefangen bei den typischen Zechenhäusern und der Entwicklung gartenstädtischer Siedlungen (Schüngelbergsiedlung in Gelsenkirchen, Siedlung Fürst Hardenberg in Dortmund) zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Eine erste Trendwende brachte die Errichtung des BauhausKarrees in Duisburg-Hamborn in dem für die 1930er Jahr hochmodernen Bauhausstil. Gut 40 Jahre später galten Hoch¬haussiedlungen als die Verwirklichung städtebaulicher Utopien – eine Zeitgeisterscheinung, die sich bereits 15 Jahre später überholt hatte. Im Rahmen eines umfassenden Rückbauprojekts gestaltete die THS Wohnen GmbH die ungeliebte Bausünde an der Halluinstraße in Oer-Erkenschwick in die begehrte Wohnadresse Schillerpark um. In den 1980er Jahren schlug die Stunde der Um¬nutzung historischer Gebäude und brachliegender Industriegelände. Als ein Projekt der Internationalen Bauausstellung Emscherpark (IBA) entstand in Gelsenkirchen die Küppersbusch¬siedlung auf dem Gelände des ehemaligen Küchenherstellers. Mit Beginn des neuen Jahrtausends wurde im neu gestalteten Duis¬burger Innenhafen die exklusive Wohnanlage „NF1“ eröffnet, ge¬plant von dem berühmten Londoner Architekten Lord Norman Foster. Das GrugaCarree in Essen schließlich gilt als gelungener Beitrag zur Stadtteilentwicklung in einem der angesagtesten Stadtteile Essens.

Die Siedlung Fürst Hardenberg feiert „vor“

In Dortmund führt die THS-Route an der Siedlung Fürst Hardenberg entlang, die zu den wenigen architektonisch und städtebaulich ge-schlossenen Bergarbeitersiedlungen im Dortmunder Raum zählt. Im Rahmen der IBA wurde die Siedlung mit enger Beteiligung der Bewohner modernisiert und ergänzt. Nachbarschaft spielt hier auch heute noch eine ganz große Rolle, wovon man sich am 18. Sep-tember ab 15:00 Uhr beim traditionellen Nachbarschaftsfest, zu dem auch Besucher herzlich eingeladen sind, überzeugen kann. An diesem Tag lädt Hubert Scheuer, Hardenberger aus Überzeugung, um 15:30 Uhr alle Interessenten zu einem Rundgang durch die Siedlung ein, die auch Einblick in Wohnungen gibt. Treffpunkt ist das Nachbarschaftshaus, Herrekestr. 66, 44339 Dortmund. Am Sonntag, dem eigentlichen Tag der Wohnkultur, wird es daher in der Siedlung Fürst Hardenberg keine besonderen Aktivitäten geben.

Hauptspielort Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen gehören die Küppersbuschsiedlung mit ihrem Blickfang, dem linsenförmigen ökologischen Regenwas-sersystem sowie der gartenstädtischen Schüngelbergsiedlung – dem IBA-Projekt schlechthin – zum Kulturhauptstadtprojekt.


In der Küppersbuschsiedlung beantworten Mitarbeiter der THS Wohnen am „Tag der Wohnkultur“ an einem Informationsstand an der Robert-Geritzmann-Höfe 4, 45883 Gelsenkirchen, alle Fragen rund um die Siedlung. Daneben können hier auch Musterwohnungen besichtigt werden.
In der Schüngelbergsiedlung begleitet das Improvisationstheater „Emscherblut“ die Rundgänge um 11:00 Uhr und um 15:00 Uhr theatralisch. Jede Ecke, jedes Bild an der Wand, jedes Bobby-Car im Vorgarten kann und soll die Besucher dazu ermuntern einen Stopp auf dem Spazierweg einzufordern, um dazu eine Geschichte gespielt zu bekommen. Die Impro-Profis von Emscherblut machen daraus eine vergnügliche Zeit- und Erfahrungsreise, wie sich bei Inem „Probelauf“ vor zwei Wochen zuvor bereits in der Siedlung Eisenheim gezeigt hat und für viel Spass bei den begeisterten Besuchern sorgte. Wie ein eingefleischter „Ur-Schüngelberger“ seine Siedlung erlebt, erfährt man dagegen bei den Führungen um 14:00 und 16:30 Uhr mit Siegfried Kessel, dem Vorsitzenden des Nachbarschaftsvereins Schüngelberg. Treffpunkt ist jeweils das „Haus der Freundschaft“, Schüngelbergstr. 97, 45897 Gelsenkirchen. Wer sich für geschichtliches rund um den Bergbau auf dem nahegelegenen Zechengelände Hugo interessiert, ist im „Kleinen Museum“, Eschweiler Str. 11 und 47, 45897 Gelsenkirchen, gerne gesehener Gast.

Unikat(e) Eisenheim


In Oberhausen kreuzen sich zukünftig die Route der Industriekultur sowie die Route der Wohnkultur in der Arbeitersiedlung Eisenheim, die seit 1992 zum THS Bestand gehört. Die über 150 Jahre alte Siedlung ist die älteste Arbeitersiedlung aus der Zeit der Industriali-sierung im Ruhrgebiet und eine der ältesten noch erhaltenen Sied-lungen in Deutschland. Am „Tag der Wohnkultur“ bietet Prof. Roland Günther, seit dem Kampf um den Erhalt der Siedlung in den 70er Jahren passionierter Eisenheimer und ausgewiesener Experte, drei Führungen um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 17:00 Uhr. Schnell werden die Besucher feststellen können, dass Eisenheim nicht nur als Ganzes ein siedlungshistorisches Unikat darstellt, sondern in sich noch eine ganze Reihe weiterer Unikate beheimatet. Treffpunkt ist das LVR Industriemuseum, Berliner Str. 41a, 46117 Oberhausen, das an diesem Tag von 11.00 bis 18.00 Uhr kostenfrei für alle Be-sucher geöffnet ist.

Herausragende Beispiele für Wohnkultur in Duisburg


In Duisburg stellt die THS mit dem BauhausKarree in Hamborn sowie dem Wohnhaus NF1 im Innenhafen zwei beispielgebende Wohnquartiere ihrer jeweiligen Zeit. Am „Tag der Wohnkultur“ finden an beiden Standorten jeweils drei Führungen mit Wohnungs-besichtigungen um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr statt. Der Titel der Führungen im BauhausKarree – „Der Erhalt eines Bau-juwels“ – ist bezeichnend für das Gebäudeensemble, das nach umfangreichen Modernisierungs- , Um- und Ausbauarbeiten heute die Wohnarchitektur der 1920er Jahre mit modernem und gehobe-nem Wohnkomfort verbindet. Die Führungen starten am Treffpunkt Kamp-/Kantstraße, 47166 Duisburg. Auch das Motto im Duisburger Innenhafen – „Wohnkultur statt Warenkontor – der neue Innenha¬fen“ – weist auf die heutige und frühere Bedeutung dieses interna¬tional renommierten Umnutzungsprojektes hin. NF1 steht hier exemplarisch für einen neuen puristischen Architekturstil mit klarer Formgebung und ökologisch ausgefeilter Klimatisierung. Treffpunkt ist hier der Philosophenweg 30, 47051 Duisburg.

Wohnoase mit einem „geheimen Garten“


Das GrugaCarree in Essen gilt als gelungener Beitrag zur Stadt-teilentwicklung in einem der angesagtesten Stadtteile Essens. Das Quartier verbindet urbanes Wohnen mit der unmittelbaren Nähe zu Natur und Wellness. Zwei L-förmige Bauriegel, von den Architek-tenteams Petzinka/Pink und Koschany+Zimmer gestaltet, um-schließen einen Innenhof, der im Stil der „geheimen Gärten“ in Paris angelegt ist.

Von 11.00 bis 18.00 Uhr können Besucher das besondere Flair unter den Platanen des Gartens genießen – Einladung zum Boule-Spiel inklusive. Um 15:00 Uhr erläutert Architekt Axel Koschany bei einer Führung persönlich die Idee des Entwurfs für den von seinem Büro geplanten L-Riegel und führt dabei auch in eine der begehrten Wohnungen des Karrees. Der Innenhof ist über den Zugang Messeallee 14-20, 45131 Essen erreichbar.


Vom Problemstandort zum Vorzeigequartier – der Schillerpark


In Oer-Erkenschwick erreicht die „THS-Teilroute“ am Schillerpark, der ehemaligen Hochhaussiedlung Halluinstraße, ihren nordöst-lichsten Punkt. Dank des partiellen Rückbaus im Rahmen des För-derprogramms „Stadtumbau West“ ist die Wohnanlage für alle Ge-nerationen heute zum architektonischen und sozialen Vorzeigeprojekt avanciert. Im Rahmen des „Tags der Wohnkultur“ finden um 11:00 Uhr, 13:00 Uhr und 15:00 Uhr Führungen durch das Quartier statt. Treffpunkt ist der Schillerpark 8, 45739 Oer-Erkenschwick.

Informationen zu den Veranstaltungen der THS Wohnen im Rahmen des „Tags der Wohnkultur“ sind auch im Internet auf www.ths.de zu finden.

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