THS baut Deutschlands größtes Solarkraftwerk auf einer Wohnsiedlung und Gelsenkirchens dritte Solarsiedlung
Gelsenkirchen 12.9.2008. Das Jahr 2008 ist für Gelsenkirchen ein Jahr der solaren Trümpfe: Mit der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlagen LOXX und Schalker Verein im Frühjahr und Sommer konnte die Stadt in der Solarbundesliga bereits wichtige Treffer landen. Mit der THS-Siedlung Schaffrath, deren Solarkraftwerk mehr als doppelt so leistungsstark wie diese beiden Anlagen sind, wird sie ihren Vorsprung gegenüber Derbygegner Dortmund entscheidend weiter ausbauen. Die Gelsenkirchener Solargemeinde traf sich heute am Stegemannsweg zur Halbzeitfeier.
Der THS-Bestand in Schaffrath aus dem Jahr 1960 mit 71 Häusern und 422 Wohneinheiten wurde zwischen 2001 und 2004 bereits modernisiert und energetisch saniert. Energie gespart wird in Schaffrath also schon einige Jahre. Seit kurzem wird hier aber auch Strom produziert. Die THS als Gründungsmitglied des Solarstadt Gelsenkirchen e. V. hat damit beherzt ein großes Projekt angepackt.
Die Voraussetzung, die die Häuser für die Installation einer Photovoltaikanlage mitbringen, erwiesen sich als optimal: Die Gebäude-ausrichtung nach Süden stimmt, die Dachneigung von mehr als 30 % ist perfekt, die Dachgeschosse sind unbewohnt und es gibt keine die volle Sonnenausnutzung störenden Schornsteine mehr (da die Siedlung vor Jahren schon auf Fernwärme umgestellt wurde) – wohl aber die Schornsteinschächte, die nun für die Kabelführung genutzt werden.
Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 3,8 Mio. Euro baut die THS ein hochmodernes, leistungsstarkes Solarkraftwerk von insgesamt 795 kWp. Rund die Hälfte der Dächer waren heute zur „Halbzeit“ bereits am Netz der ELE. 29 Photovoltaikanlagen auf 63 Gebäuden mit über 5.300 Modulen auf einer Dachfläche von rund 6.670 m2 produzieren spätestens ab Ende 2008 künftig jährlich über 680.000 Kilowattstunden „grünen Strom“. Damit kann man den Jahresstrombedarf von gut 170 deutschen Vier-Personen-Haushalten decken.
THS-Geschäftsführer Ulrich Küppers betonte bei seiner Projektvorstellung: „Energieeffizienz und Klimaschutz sind feste Bestandteile unserer Umweltpolitik, die wir als zertifiziertes Unternehmen jährlich überprüfen lassen. Diese Zielsetzungen werden wir weiterhin dezidiert verfolgen." Er verwies in diesem Zusammenhang auf die stolze CO2-Bilanz, die das Unternehmen vorweisen kann: Seit 1990 hat die THS den Kohlendioxidausstoß ihrer Bestände um 44 % gesenkt; mit dem durchschnittlichen Heizenergieverbrauch ihrer Häuser liegt sie rund 10 % unter dem Bundesdurchschnitt.
Ministeriumsvertreter Dr. Hartmut Murschall überbrachte zur Feierstunde punktgenau die Anerkennungsurkunde für die Siedlung Schaffrath als offizielle Solarsiedlung im Rahmen des Leitprojektes „50 Solarsiedlungen in NRW“ – Gelsenkirchens dritte. Erfreut quittierte auch der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. dieses neue Großprojekt: „Photovoltaik wird für die Wohnungswirtschaft immer interessanter; dieses Projekt ist ein Beleg dafür,“ so Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e. V.








