THS und Emschergenossenschaft realisieren erste Regenwasserdirekteinleitung in die Emscher in Castrop-Rauxel
Castrop-Rauxel, 22. April 2009. Der Emscherumbau als Großprojekt für moderne Wasserwirtschaft und naturnahe Gewässer erfordert viele Einzelbausteine und eine Menge ge-meinschaftliches Engagement. Dabei sind wohnungswirtschaftliche Unternehmen mit emschernahen Beständen wichtige Partner – für die Emschergenossenschaft und für die Kommunen gleichermaßen. In der Siedlung Mausegatt wird heute ein frisch umgesetztes Projekt der THS mit gleich zwei verschiedenen Regenwasserbewirtschaftungs-formen vorgestellt.
Künftig werden die Radler und Fußgänger auf der Emscher-Radwegeroute Deininghauser Bach vermutlich in Höhe der Straße Geitling 2 in Castrop-Rauxel einen kleinen Halt einlegen: Im Beisein von Bürgermeister Beisenherz, der die THS als „für uns entlang der Emscher (…) wichtigste(n) Partner der Wohnungswirtschaft“ bezeichnet, wird heute nämlich ein neues Schild der Emschergenossenschaft im Rahmen der „Wasser Route“ eingeweiht. Es informiert interessierte Passanten nun über das, was landschaftsbaulich in unmittelbarer Nähe ökologisch umgestaltet worden ist.
Regenwasserdirekteinleitung und -versickerung
An zwei Punkten auf dem THS Grundstück, das direkt an den Emscher-Radweg grenzt, wurden für eine Fläche von 1.700 m2 direkte Einleitstellen für das Regenwasser der Dachflächen in die Emscher geschaffen. Der Radweg wird später mit offenen Rinnen gequert, in denen bei feuchtem Wetter das fließende Wasser zu sehen sein wird. Im etwas emscherferner gelegen Siedlungsbereich um die Recklinghauser und Nordstraße hatte die THS in einem vorhergehenden Bauabschnitt auf einer Fläche von 4.500 m2 bereits hausnahe Rinnen für den Dachwasserablauf gebaut und im Freibereich Mulden zur Regenwasserversickerung angelegt.
Zukunftsvereibarung Regenwasser
„Mit der systematischen Regenwasserbewirtschaftung stärken wir nicht nur den natürlichen Wasserabfluss in der Emscher und ihren Nebenläufen“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Emschergenossenschaft, Dr. Jochen Stemplewski, „sondern wir können zugleich kleinere und damit kostengünstigere Abwasserkanäle bauen, wenn wir möglichst viel Regenwasser vom Kanalnetz abkoppeln. Unser Ziel im Rahmen des Emscherumbaus ist eine Abkopplung von 15 Prozent der Flächen vom Kanalnetz innerhalb von 15 Jahren“.
Schöner und kostengünstiger für die Mieter
Durch das neue Regenwassermanagement gewinnt die Siedlung Mausegatt deutlich. Das 2003/2004 größtenteils modernisierte 60er Jahre-Quartier mit insgesamt 465 Wohnungen wird zum einen gestalterisch aufgewertet; zum anderen sparen die betroffenen Mieter gleichzeitig unnötige Entwässerungsgebühren. In die ökologi-sche Weiterentwicklung der Siedlung sind rund 250.000 Euro geflossen – gefördert durch die EU und durch die Emschergenossenschaft. THS Geschäftsführer Ulrich Küppers betonte in seiner Rede: „Das Wohnen an der neuen Emscher muss durch gemeinsame Anstrengung jedes Jahr qualitätsvoller werden, dann haben sich unsere Investitionen im Sinne der Nachhaltigkeit gelohnt“.
THS und EG: Langjährige Kooperation
Bald 20 Jahre kooperieren THS und Emschergenossenschaft. Ihre Initiative zur Regenwasserbewirtschaftung startete die THS 1990. Seitdem hat das Unternehmen insgesamt mehr als 200.000 m2 Flä-che vom Kanalnetz abgekoppelt und nahezu 4 Mio. Euro investiert.
 

Mit Regenwasser das Wohnumfeld gestalten
THS Geschäftsführer Ulrich Küppers erläutert das Projekt
Das Projekt stieß auf reges Interesse bei Politik und Presse
Einweihung einer neuen Infotafel zur "Wasserroute" auf dem Emscher-Radweg